01. Juli 2026
Werden digitale Technologien Ihren Job verändern?
Der Job-Futuromat zeigt: Digitalisierung ersetzt selten ganze Berufe – sie verändert vor allem Tätigkeiten. Für Betriebe liegt genau darin eine Chance.

Roboter übernehmen alles, KI macht den Menschen überflüssig und am Ende bleibt nur noch ein leerer Schreibtisch? Ganz so einfach ist es nicht.
Die spannendere Frage lautet nicht: „Verschwindet mein Beruf?" Sondern: „Welche Teile meiner Arbeit verändern sich – und wie kann ich diese Veränderung sinnvoll nutzen?"
Genau an dieser Stelle setzt der Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung an. Dort kann man einen Beruf auswählen und sehen, welche Tätigkeiten heute schon durch digitale Technologien unterstützt oder automatisiert werden könnten.
Das Ergebnis ist selten schwarz oder weiß. Und genau das ist wichtig.
Berufe verschwinden selten. Tätigkeiten verändern sich.
Der Job-Futuromat macht sichtbar, was in vielen Betrieben längst passiert: Digitalisierung betrifft nicht immer den ganzen Beruf, sondern einzelne Arbeitsschritte.
Ein paar Beispiele:
- Daten werden nicht mehr per Hand aus Formularen übertragen.
- Maschinen melden Störungen automatisch.
- Angebote, Protokolle oder Berichte werden durch digitale Vorlagen schneller vorbereitet.
- Sensoren liefern Werte, bevor jemand extra zur Anlage fahren muss.
- KI hilft dabei, Informationen zu sortieren, Texte vorzubereiten oder Abläufe verständlicher zu machen.
Das bedeutet: Arbeit wird nicht einfach „wegdigitalisiert". Sie verschiebt sich. Weg von wiederholbarer Listenpflege, hin zu Kontrolle, Entscheidung, Kommunikation, Wartung, Beratung und technischem Verständnis.
Was die Forschung dazu sagt
Das IAB beschreibt sogenannte Substituierbarkeitspotenziale: Also den Anteil beruflicher Tätigkeiten, der theoretisch durch Computer oder computergesteuerte Maschinen erledigt werden könnte.
Im IAB-Kurzbericht 05/2024 wird deutlich: Diese Potenziale steigen weiter, besonders durch neue Möglichkeiten rund um generative KI. Gleichzeitig betont das IAB auch, dass solche Potenziale nicht automatisch vollständig umgesetzt werden. Technik kann vieles ermöglichen – aber ob sie im Betrieb sinnvoll, wirtschaftlich, rechtssicher und menschlich tragfähig ist, ist eine andere Frage.
Besonders interessant: Laut IAB ist der Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Berufen mit hohem Substituierbarkeitspotenzial deutschlandweit von 34 Prozent im Jahr 2019 auf 38 Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Gleichzeitig betrifft der stärkste Anstieg inzwischen nicht nur einfache Tätigkeiten, sondern auch höher qualifizierte Berufe.
Kurz gesagt: Digitalisierung ist kein Randthema mehr. Sie betrifft Büro, Werkstatt, Verwaltung, Planung, Produktion, Service und Handwerk.
Die Chance liegt im „Wie"
Die entscheidende Frage ist deshalb weniger, ob Digitalisierung stattfindet. Sie lautet eher: Welche Tätigkeiten können sinnvoll unterstützt werden – und welche Aufgaben bleiben bewusst beim Menschen?
In vielen Betrieben beginnt dieser Wandel nicht mit einem großen Transformationsprojekt, sondern mit einzelnen, klar abgegrenzten Verbesserungen:
- ein digitales Formular statt Papierzettel,
- eine Schnittstelle zwischen Website und Anfrageprozess,
- ein Dashboard für Maschinen- oder Gebäudedaten,
- eine automatische Benachrichtigung bei Störung,
- eine KI-gestützte Zusammenfassung von E-Mails oder Protokollen,
- ein smarter Ablauf zwischen Elektroinstallation, SPS, Smart Home und Weboberfläche.
Solche Lösungen ersetzen in der Regel keine vollständigen Berufsbilder. Sie verändern einzelne Arbeitsschritte. Dadurch können Beschäftigte von wiederholbaren Aufgaben entlastet werden und sich stärker auf Kontrolle, Beratung, Planung, handwerkliche Ausführung oder Kundenkontakt konzentrieren.
Digitalisierung kann Arbeit sichern
Wenn Fachkräfte fehlen, Zeit knapp ist und Dokumentation immer umfangreicher wird, kann Technik eine stabilisierende Rolle spielen. Sie kann helfen, vorhandene Teams zu entlasten, Fehlerquellen zu reduzieren und Abläufe so zu organisieren, dass Arbeit weiterhin leistbar bleibt.
Ein Handwerksbetrieb braucht seine Monteure nicht weniger, nur weil Angebote digital besser vorbereitet werden. Eine Produktion braucht ihre Instandhaltung nicht weniger, nur weil eine Anlage früher meldet, dass etwas nicht stimmt. Ein Verein, eine Praxis oder ein kleines Unternehmen braucht Menschen nicht weniger, nur weil Termine, Anfragen oder Listen übersichtlicher organisiert sind.
Gut eingesetzte digitale Werkzeuge verschieben den Schwerpunkt: weniger manuelle Übertragung, weniger Suchen, weniger doppelte Listenpflege – dafür mehr Zeit für Prüfung, Entscheidung, Verantwortung und direkte Arbeit mit Menschen oder Technik.
Praxisbezug: Wenn Elektrohandwerk und Digitalisierung zusammenkommen
Gerade an der Schnittstelle zwischen Gebäudetechnik, Maschinen, Smart Home, SPS-Steuerungen, Weboberflächen und KI-Anwendungen entstehen viele konkrete Anwendungsfälle. Eine Maschine sendet ein Signal. Ein Sensor liefert einen Wert. Eine Website nimmt eine Anfrage auf. Ein System soll automatisch informieren. Eine Person braucht am Ende eine klare Übersicht.
Unternehmen wie guppydev setzen genau an dieser praktischen Verbindung an: nicht als abstraktes Digitalisierungsversprechen, sondern dort, wo technische Systeme, betriebliche Abläufe und digitale Bedienbarkeit zusammenkommen.
Der Einstieg kann klein sein: ein Formular, eine Auswertung, eine Benachrichtigung, eine Schnittstelle oder ein Pilotprojekt. Entscheidend ist, dass die Lösung zu einem realen Ablauf passt und im Alltag tatsächlich entlastet.
Erst testen, dann handeln
Wer selbst einmal prüfen möchte, wie digitale Technologien den eigenen Beruf verändern könnten, kann den Job-Futuromat nutzen:
Das Tool ersetzt keine Beratung und keine konkrete Analyse im Betrieb. Aber es ist ein guter Startpunkt für ein Gespräch:
- Welche Tätigkeiten sind wiederholbar?
- Wo entstehen Fehler durch manuelle Übertragung?
- Wo fehlen aktuelle Informationen?
- Welche Arbeit sollte ausdrücklich beim Menschen bleiben?
- Welche kleinen digitalen Helfer würden sofort Entlastung bringen?
Fazit: Nicht warten, bis der Wandel passiert
Digitale Technologien werden viele Jobs verändern. Die Frage ist nur, ob diese Veränderung zufällig passiert – oder bewusst gestaltet wird.
Für kleine Betriebe, Handwerk, Vereine und lokale Unternehmen liegt hier eine echte Chance. Wer früh versteht, welche Tätigkeiten sich verändern, kann Arbeit besser organisieren, Fachkräfte entlasten und neue Leistungen anbieten.
Der erste Schritt muss dabei kein großes Transformationsprojekt sein. Oft reicht es, einen einzelnen Ablauf zu betrachten: Wo entsteht regelmäßig Aufwand? Wo werden Daten doppelt gepflegt? Wo fehlen Informationen genau in dem Moment, in dem sie gebraucht werden?
Aus solchen Fragen entstehen konkrete Ansatzpunkte – etwa für eine Schnittstelle, eine Benachrichtigung, ein Dashboard oder einen digitalen Assistenten.
Kleine Eingriffe können im Arbeitsalltag eine große Wirkung haben.